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Statistische Daten und Aktivitäten des Jahres 2006 PDF Drucken E-Mail

Insgesamt wurden im Jahr 2006 1.359 Anfragen beim Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. registriert.

Zusätzlich zu diesen Anfragen nutzten viele Bürger die Internetseite des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. als Informationsquelle. Im Jahr 2006 konnten 105.884 Besucher gezählt werden. Im Vergleich zu den vier Vorjahren ist dies ein weiterer Anstieg und zeigt, dass das Informationsbedürfnis zu neuen religiösen Bewegungen nach wie vor sehr hoch ist und viele Bürger es schätzen, sich selbständig und anonym mit Hilfe des Internets zu informieren (vgl. Diagramm 1). Aus diesem Grund bieten die MitarbeiterInnen des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. seit 2006 zusätzlich zur bisherigen persönlichen Beratung die Möglichkeit der Online-Beratung an. Diese Möglichkeit wurde im letzten Jahr erst 13 mal genutzt, bei weiteren 82 Fällen begann die Beratung mit einer E-Mail, wurde dann aber in einer persönlichen Beratung fortgesetzt.

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Diagramm 1: Besucher unserer Internetseite


Neben allgemeinen Informationen zur Arbeitsweise der Beratungsstelle waren, wie im letzten Jahr auch, besonders die beiden Berichte, die sich mit der Problematik der Kinder befassen, gefragt: „Sektenkinder in der Schule“ und „Indigo-Kinder: Ein neuer Esoterik-Trend“. Darüber hinaus hatte der Beitrag über Kettenbriefe und Schenkkreise mit Abstand die meisten Zugriffe zu verzeichnen. Schenkkreise scheinen für viele Bürger trotz aller Aufklärung nach wie vor eine große Versuchung zu sein.
 
Von den insgesamt 1.359 Anfragen erhielten 946 Personen durch ausführliches Informationsmaterial und ein bis zwei klärende Gespräche Hilfestellung von den MitarbeiterInnen des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V.. In 413 Fällen war ein intensiverer und längerer Beratungsverlauf mit bis zu 20 Fachkontakten notwendig.

Um einen besseren Vergleich mit den Vorjahren zu ermöglichen, sind wie jedes Jahr die 946 Informationsanfragen und die 413 Beratungsfälle in zehn Kategorien zusammengefasst  worden. Insgesamt sind in den zehn Kategorien Anfragen mit der Bitte um Information und Beratung zu 400 verschiedenen Gruppen, Bewegungen und Aktivitäten enthalten (vgl. Diagramm 2).

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Diagramm 2: Summe Beratungsfälle und Informationsanfragen


 
Informationsanfragen 2006

Bei einem Vergleich der einzelnen Informationsanfragen fällt auf, dass im Jahr 2006 eine Kategorie besonders herausragt: Anfragen zur Scientology-Organisation. Im Mai 2006 warnte der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes Heinz-Peter Meidinger vor zunehmenden Aktivitäten der Scientology-Organisation auf dem Nachhilfemarkt. In der Tat zeigt ein Blick auf die Internetseite von „Applied Scholastics“, dass sie ihr Angebot innerhalb von einem Jahr verdreifacht haben. 31 Institute bieten dort bundesweit Nachhilfeunterricht im Sinne von Scientology an. Auch die jüngsten Verfassungsschutzberichte einzelner Bundesländer haben darauf hingewiesen, dass die Scientology-Organisation verstärkt versuche, Kinder und Jugendliche zu missionieren. Dies sei daran zu erkennen, dass Initiativen wie z.B. „Jugend für Menschenrechte“ und „Sag nein zu Drogen“ ihre Broschüren gezielt an Jugendliche verteilen, z.B. in Jugendzentren und Schulen. Die Mitteilungen des Verfassungsschutzes und des Philologenverbandes haben mit dazu beigetragen, dass viele Bürger die Beratungsstelle um Hilfe bei der Einschätzung von Nachhilfeangeboten gebeten haben.  (vgl. hierzu den Artikel "Das Nachhilfeangebot der Scientologen")

Zusätzlich waren in vielen Großstädten die gelben Zelte der Scientologen zu sehen. Bei diesen Aktionen versuchen so genannte „Ehrenamtliche Geistliche“ jede Menge Werbematerial über die Ideologie des Gründers L.R. Hubbard zu verteilen und Scientology als hilfreiche, uneigennützige Organisation darzustellen. Darüber hinaus hat die Tarnorganisation KVPM (Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.) eine großangelegte Anti-Psychiatrie-Kampagne gestartet. In Düsseldorf gab es im November eine Ausstellung, die den Titel trug „Psychiatrie – Tod statt Hilfe“ mit dem Ziel, das gesamte Arbeitsfeld der Psychiatrie in Misskredit zu bringen. Nach Meinung von L.R. Hubbard sind Psychiater Menschen, die ebenso wie „Dschingis-Khan, Hitler und psychopatische Kriminelle“ nur Macht erlangen wollen, „um zu zerstören“. (Hubbard, Der Entwurf von Ethik, HCO-Policy-Letter vom 07.12.69) Alle Aktionen gehören zusammen und sind ein Teil der fünf „machtvollen Kampagnen“, die die IAS (International Association of Scientologists) unter der Führung von David Miscavige eingeleitet hat, und „die das Schicksal der Erde neu gestalten werden.“ (Impact 115, S. 85) Nach Darstellung der Scientology-Organisation besteht die Aufgabe der IAS darin, „Mitgliedern Unterstützung anzubieten, die sich mit Aktivitäten beschäftigen, die die Expansion der Scientology in großem Maß vorantreiben...“ (Church of Scientology International, Was ist Scientology, S. 365) Das bedeutet, die Hauptaufgabe der IAS besteht darin, aufwendige Werbeaktionen der Scientology-Organisation zu finanzieren. Die IAS verfügt über immense finanzielle Mittel. Allein durch die Vergabe von Ehrenmedaillen für großzügige Spenden erhält die IAS jedes Jahr ca. 300 Millionen US-Dollar. (Impact 109,115) Bei seiner Rede zum 22. Jahrestag der IAS schließt David Miscavige seine Ansprache mit folgenden Worten: „Die Größe des globalen Scientology-Netzwerkes hat sich seit dem Aufruf aufzuwachen nicht nur verdreifacht, sondern seine Expansion während der letzten fünf Jahre ist 20 Mal größer als während der vorherigen 51 Jahre zusammen. Soweit der Stand der Dinge. Nun noch ein ernstes Wort darüber, in welche Richtung wir gehen: nicht nur höher als in jedem Vorjahr, sondern zu Höhen, die wir nie für möglich gehalten hätten. Ich heiße Sie also nicht nur zur IAS Jahrestagung willkommen, ich sage: Willkommen zur Neugestaltung des Schicksals der Erde!“ (Impact 115, S. 26)

Außerdem hat der amerikanische Schauspieler Tom Cruise mit seiner teuren Medienhochzeit, die er gezielt auch als Werbekampagne für Scientology zu nutzen versuchte, zu vielen Fragen in der Bevölkerung und bei der Presse geführt. Parallel haben sich aber nicht nur die Anfragen zur Scientology-Organisation aufgrund der zahlreichen Aktionen im letzten Jahr erhöht, sondern auch die Beratungsfälle. Da ein Nachhilfeangebot der Scientology-Organisation sich direkt in Essen befindet, haben sich betroffene Eltern mit Ihren Kindern hilfesuchend an die Beratungsstelle gewandt. (vgl. hierzu den Artikel: "Das Nachhilfeangebot der Scientologen")

Mit ähnlich aufwendigen und vielversprechenden Aktionen, wie die der Scientology-Organisation, versuchte die Bewegung der Transzendentalen Meditation auf sich aufmerksam zu machen, um neue Mitglieder zu gewinnen bzw. auf der politischen Ebene Einfluss zu erlangen. Offensichtlich gelingt ihnen dieses bisher nicht. (vgl. hierzu den Artikel: "Transzendentale Meditation: Aktivitäten, Hintergründe, Absichten") U.a. haben sie im Dezember eine große Kampagne gestartet, „Schule ohne Stress“ und ihre Methode der Meditation als Hilfe für unkonzentrierte Schüler angepriesen. Ebenso wollen sie nach wie vor eine eigene Schule gründen. „Durch Meditation lernen Schüler schneller und ohne Stress. Die Kinder werden glücklicher und intelligenter“ meint Eckardt Stein, ein Mitglied der Transzendentalen Meditation. (Quelle: Neue Presse, Hannover 13.12.2006) Mit ihrem ersten Antrag für ein privates Gymnasium sind sie bisher bei der Landesschulbehörde in Niedersachsen gescheitert, da die erforderlichen Bestimmungen des Schulgesetzes nicht eingehalten wurden.

An zweiter Stelle der Anfragen stehen besorgte Nachfragen zu neugegründeten christlich- fundamentalistischen Gemeinden. 1996 sprach die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin von rund 150.000 Charismatikern in Deutschland. Die Bewegung strebt eine umfassende geistliche Erneuerung in Deutschland an. 2006 hat sich die charismatische Bewegung inzwischen verdoppelt. Nach Angaben des Sprechers Pastor Peter Wenz umfasst die Bewegung inzwischen rund 300.000 Christen in unabhängigen kleinen Gemeinden. Besorgniserregend ist, dass es im Rahmen der christlichen Fundamentalisten in Deutschland einige Dutzend Fälle von strenggläubigen Eltern gibt, die sich weigern, ihre Kinder in staatliche Schulen zu schicken und sogar bereit sind, für den Hausunterricht ihrer Kinder vor Gericht zu ziehen. Sie möchten ihre Kinder von allen neuen Entwicklungen abschotten und nach urchristlichen Gegebenheiten erziehen. Mit dem Ergebnis, dass diese Kinder es besonders schwer haben werden, sich im Erwachsenenalter in unserer Gesellschaft zu Recht zu finden. (vgl. hierzu den Artikel: "Schulverweigerung aus religiösen Gründen")

Erstaunlich wenig Anfragen hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Einreiseverbot für Mun Anfang November ausgelöst. Das Gericht betrachtet das Einreiseverbot für den Gründer der so genannten Mun-Sekte als Verstoß gegen die Religionsfreiheit der Vereinigungskirche. (vgl. hierzu den Artikel: "Verfassungsbeschwerde der deutschen Vereinigungskirche gegen das Einreiseverbot für San Myung Mun")

Beratungsfälle 2006

Insgesamt zeigt sich deutlich, dass die Nachfrage nach Beratung im weltanschaulichen Bereich deutlich gestiegen ist. Eine ähnlich hohe Zahl an Beratungsfällen wie in diesem Jahr war nur um die Jahrtausendwende zu verzeichnen.

Zum ersten Mal seit fünf Jahren weist nicht das Problemfeld Okkultismus/Satanismus die meisten Fälle auf, sondern der Bereich der Esoterik. Die grenzenlose, individuelle Wunscherfüllung, die esoterische Angebote versprechen, erfüllen sich selten. Häufiger enden sie mit Partnerschaftskonflikten oder mit psychischen Problemen, z.B. mit Depressionen. Nicht selten haben Menschen nach der Anwendung einer esoterischen Methode, z.B. nach Reiki, Channeling oder Pendeln, das subjektive Gefühl von fremden Mächten in Besitz genommen worden zu sein, und fühlen sich bedroht. Die 90 Beratungsfälle verteilen sich auf 40 unterschiedliche esoterische Anbieter. Am 1. Juli 2006 jährte sich der Todestag der Pädagogikstudentin Anneliese Michel zum 30. Mal. Sie starb nach einer durch die Katholische Kirche genehmigten Exorzismusbehandlung. Zwei Kinofilme haben versucht, die Thematik aufzugreifen. Der amerikanische Horrorfilm „Der Exorzismus der Emily Rose“ und der mit dem Silbernen Bären ausgezeichnete Film „Requiem“. Der erste Film hat mit dazu beigetragen, dass die Möglichkeit einer Besessenheit wieder häufiger angenommen wurde und die Nachfrage nach ausgebildeten Exorzisten anstieg. Auch im Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. meldeten sich 2006 vermehrt Betroffene, die der Meinung waren, besessen zu sein. (vgl. hierzu hierzu den Artikel: "Exorzismus oder Therapie? Zum Umgang mit Besessenheitsphänomenen") Darüber hinaus wurden neben zwei Betroffenen, die bereits Kontakt mit einer Satansloge hatten, 14 jugendliche Satanisten begleitet. Weitere 14 Jugendliche gehörten der Gothic-Bewegung an, einer Jugendsubkultur, die aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes häufig mit Satanisten verwechselt werden.

Neben der steigenden Zahl von Scientology- und Esoterik-Beratungsfällen sollen die 35 Betroffenen der Zeugen Jehovas nicht unerwähnt bleiben. Ca. 40.000 Ehemalige gibt es bundesweit und seit Jahren betreuen auch die MitarbeiterInnen unserer Beratungsstelle Aussteiger der Zeugen Jehovas. Die Anerkennung als Körperschaft öffentlichen Rechts im letzten Jahr haben die Lebensbedingungen der einzelnen Mitglieder nicht verbessert.

Unabhängig von der jeweiligen Gruppierung, die den Beratungsbedarf ausgelöst hat, ist es interessant zu fragen, wer die Beratungsstelle mit der Bitte um Hilfe aufgesucht hat, Menschen, die selbst betroffen sind, oder Freunde und Angehörige?

Hier variieren die Zahlen nur leicht von Jahr zu Jahr. Durchschnittlich 30% aller Betroffenen sind Menschen, die für sich selbst eine Hilfestellung erwarten. Weitere 30% verteilen sich auf nahe Angehörige oder den Partner. Noch einmal 30% bitten uns im Rahmen eines institutionellen Arbeitsauftrages um Hilfe (z.B. Polizei, Schule, andere Beratungsstellen, Jugendhilfe, Psychiatrien). Der Rest verteilt sich auf Presseanfragen und Anfragen von entfernten Bekannten und KollegInnen. Die konkreten Daten für das Jahr 2006 sind in der folgenden Grafik abgebildet.

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Diagramm 3: Informationsanfragen und Beratungsfälle aufgeteilt nach persönlicher o. institutioneller Betroffenheit

 

Rechtsberatung 2006

Seit Januar 2004 ist der Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. in der Lage, ergänzend zur psycho-sozialen Beratung, kostenlos eine fundierte Rechtsberatung anbieten zu können. Von den 413 Klienten im Jahr 2006 haben 44 diese Möglichkeit in Anspruch genommen. Die Tabelle zeigt den Bedarf an Rechtsberatung, unterteilt in die üblichen zehn Kategorien.
 
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Diagramm 4: Rechtsberatung


Interessant ist der hohe Bedarf an Rechtsberatung zur Esoterik. Hier ging es überwiegend um mögliche Geldrückforderungen im Zusammenhang mit esoterischen Schenkkreisen und esoterischer Zukunftsdeutung. Leider folgen nicht alle Richter der Entscheidung des neuen BGH-Urteils vom 10.11.2005, nach der enttäuschte MitspielerInnen die Möglichkeit haben, ihren finanziellen Einsatz zurück zu bekommen. In solchen Fällen ist den Betroffenen zu raten, gegen die Entscheidung zunächst Berufung und notfalls Revision beim BGH einzulegen. Ebenso wichtig war der Bedarf an juristischer Fachkenntnis und Unterstützung bei Klienten, die sich auf unseriöse Heilungsangebote eingelassen hatten. Hier wurde in zwei Fällen sogar die Staatsanwaltschaft informiert. In einem Fall wird nun wegen Körperverletzung ermittelt. Drei weiteren Klienten konnte geholfen werden, einen Ausweg aus ihren Verträgen bei Strukturvertrieben zu finden. Bei den fünf Rechtsberatungen im Zusammenhang mit der Scientology-Organisation ging es um Probleme am Arbeitsplatz. Der Leiter und Inhaber der Firma ist Scientologe und mehrere MitarbeiterInnen wurden am Arbeitsplatz missioniert und fühlten sich dadurch unter Druck gesetzt. Außerdem gab es Rechtsberatungen zur Sorgerechtsproblematik, die sich auf alle übrigen Kategorien verteilen.
 
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Diagramm 5: Informationsanfragen im Vergleich der letzten fünf Jahre

 
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Diagramm 6: Beratungsfälle im Vergleich der letzten fünf Jahre

 

Seminararbeit mit Betroffenen

Neben der individuellen Beratung haben die MitarbeiterInnen des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. im Jahr 2006 ein zweitägiges Seminar für Co-Betroffene durchgeführt. Das Seminar für Co-Betroffene hatte dieses Mal zwei Schwerpunkte. Im ersten Teil wurden die TeilnehmerInnen über unseriöse Heilungsangebote innerhalb der Esoterik informiert. Im zweiten Teil ging es darum, die Methode und den Ablauf des Familienstellens nach den Kriterien der Systemischen Therapie zu erklären, um unqualifizierte Angebote in diesem Bereich besser erkennen zu können. Vertieft wurde das Thema des zweiten Teils durch die Erfahrungsberichte einer betroffenen Familie.

Projekte und Supervision

Im Januar 1997 wurde das wissenschaftliche Forschungsprojekt „Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen“ des Institutes für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Freiburg i. Br., im Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. eingerichtet. Leiter des Projektes ist Herr Dr. med. Lic. phil. et theol. Ulrich Niemann. Ein wesentliches Ziel des Projektes war, ein wissenschaftlich fundiertes Beratungskonzept für Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen zu entwickeln. Dieses wurde inzwischen erstellt und unterliegt nun der permanenten Evaluation. Um darüber hinaus ein qualifiziertes Beratungsangebot für diese Menschen gewährleisten zu können, wird eine feste Implementierung des Forschungsprojektes angestrebt. Leider ist dies noch nicht gelungen. Aber das Projekt ist erneut bis Ende 2007 verlängert worden.

Seit Oktober 2003 findet einmal im Monat eine Teamsupervision durch Frau Marion Boxbücher statt. Frau Boxbücher ist Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Bochum, sowie Ausbilderin in Systemischer Therapie und Struktureller Familientherapie.

Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit

Von Januar bis Dezember 2006 wurden insgesamt 108 Präventionsveranstaltungen und Multiplikatorenschulungen durchgeführt. Insgesamt nahmen 3.028 Menschen an den Schulungen des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e. V. teil.

Der größte Teil der Veranstaltungen fand für Jugendliche statt (85). Ergänzend zu diesem Angebot erstreckte sich die Aufklärungsarbeit des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. auf weitere Vorträge in der Erwachsenenbildung (Volkshochschulen, Gemeinden, Elternkreise) (11) und auf Fachtagungen für Lehrer (9), für Kriminalbeamte (2) sowie für Mitarbeiter in Einrichtungen der Jugendhilfe (1). Um dem Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit in aktueller Weise gerecht zu werden, wurde die Zusammenarbeit mit den Medien in 29 Fällen genutzt.

Gremienarbeit

Der Informationsaustausch über Trends in der aktuellen Sektenszene fand wie jedes Jahr in zahlreichen Workshops mit anderen Sektenberatungsstellen, kirchlichen Sektenbeauftragten und Betroffeneninitiativen statt. Auch nehmen die Mitarbeiter des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. regelmäßig an den Fachgesprächen im Landtag teil. Auf Essener und Bochumer Stadtebene ist der Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. im „Arbeitskreis Beratungsstellen“ und im „Aktionskreis Jugendschutz“ integriert. Insgesamt fanden 29 Gremiensitzungen statt. Seit 2006 besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer zweistündigen Sprechstunde in Bochum eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Sie findet statt montags von 14:00 – 16:00 Uhr in den Räumen des ehemaligen Sekteninfo Bochum.
 
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