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Die weltanschauliche Arbeit des Sekten-Info Essen e.V. im Spiegel der Zeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sabine Riede   

Bevor ich auf die heutige Situation der weltanschaulichen Arbeit im Sekten-Info zu sprechen komme, möchte ich zunächst mit ihnen gemeinsam eine kleine Zeitreise unternehmen. Ich möchte ein paar wichtige Ereignisse der letzten 20 Jahre in Erinnerung rufen, die unsere Arbeit im Sekten-Info intensiv beeinflusst haben.

Am 06.09.1984, 3 Monate nach unserer Eröffnung, berichtet die größte deutsche Jugendzeitschrift "Bravo" in Form einer Foto-Story, dass man Geister der Verstorbenen rufen und sie nach der Zukunft befragen könne.
 
Ebenfalls 1984 durfte die damals wohl berühmteste deutsche "Hexe" Ulla von Bernus im ZDF ihr magisches Tötungsritual vorführen. In eine schwarze Kutte gehüllt, gebeugt über einen Feuerkessel, schwenkt sie eine kleine Puppe und murmelt ihre Beschwörungsformel immer wieder vor sich hin: "Satan, hole ihn, laß ihn langsam sterben"! Frau von Bernus Preise für diesen Zauber waren zauberhaft. 10.000,- DM verlangte sie für ein Tötungsritual, natürlich in bar und im Voraus. Auch ihre Ethik war zauberhaft, Schlimmes tut sie nur bösen Menschen an, bei guten Menschen lehnt sie den Auftrag ab.

Der inhaltliche Schwerpunkt der ersten fünf Jahre unserer Arbeit war deutlich geprägt durch den Okkultismus. Die Beschäftigung mit Magie hat viele Jugendliche, aber auch einen Teil der Erwachsenen fasziniert. Es gab einen regelrechten Boom von Anfragen, teilweise hat der Okkultismus 50% unserer Arbeit ausgemacht. Vieles wurde ausprobiert, Horoskope gedeutet, mit Hilfe von Karten und Runensteinen die Zukunft vorausgesagt, es wurde gependelt, es wurden Gläser gerückt und mysteriöse Stimmen aus dem Jenseits per Tonband aufgenommen und abgehört. Die Motive der Jugendlichen waren neben der Neugierde und dem Reiz des Nervenkitzels, eigene Zukunftsängste, aber auch die Angst vor dem Tabuthema Tod, und die Ablehnung einer vorwiegend rational strukturierten Gesellschaft.

Über den eher harmlosen Bereich des Spiritismus hinausgehend gab es auch sehr traurige, dramatische Ereignisse, wie zum Beispiel der Vorfall in der Scheidtschen Tuchfabrik, die zu Verunsicherung und damit zu einem erhöhten Informations- u. Beratungsbedarf in der Bevölkerung geführt haben. Drei Jugendliche hatten an dieser Tafel Satan beschworen, einer der Jungen hat sich eingebildet sein bester Freund habe sich in einen Zombie verwandelt. Aus Angst hat er zur nächst besten Eisenstange gegriffen und ihn erschlagen. Er wurde später zur Behandlung in die psychiatrische Abteilung des Essener Klinikum eingeliefert.

Nicht alle Jugendliche waren gefährdet, aber die, die den Okkultismus genutzt haben, um eigene Schwächen zu kompensieren oder die sich gerade in einer krisenhaften Situation befanden. Hier zeigten sich dann die Gefahren okkulter Praktiken in Form von massiven Lebensängsten, Schlafstörungen, Leistungsabfall oder Suchttendenzen bis hin zu psychotischen Erkrankungen, wie bei dem eben erwähnten Vorfall in der Scheidtschen Tuchfabrik.
Wir haben versucht durch sachliche Aufklärung der Okkultwelle entgegenzuwirken und den Okkultismus zu entzaubern. Dadurch wurden Jugendliche in die Lage versetzt, mit auftretenden Phänomenen, die sie sich bisher nicht erklären konnten, besser umzugehen und erst gar keine Ängste zu entwickeln. Eine dahinter liegende, tiefer gehende Problematik konnte häufig durch die Beratung aufgefangen werden.

Unsere Bilanz der ersten fünf Jahre kann sich sehen lassen 1.100 Vorträge und intensive Beratungsgespräche mit 2.000 Hilfesuchenden.
 

Der Okkultismus ist uns bis heute erhalten geblieben. Bei der Auswertung der konkreten Beratungsfälle zu Beginn dieses Jahres stand wieder das Problemfeld Okkultismus an erster Stelle. Zwar ist die Neugierde im Bereich des Spiritismus auf Grund der Aufklärungsarbeit in Schule und Freizeitbereich zurück gegangen, dafür hat die Beschäftigung mit satanischem Gedankengut zugenommen.
Durch das Internet können heute Jugendliche sich umfangreich über jede Spielart des Satanismus informieren. Satanische Inszenierungen in Form von schwarzen Messen oder Grabschändungen sind dagegen seltener der Fall. Wenn es dazu kommt, sind sie als Symptome für schwerwiegende Probleme der Jugendlichen in ihrer aktuellen Lebenssituation anzusehen.

Der Mordfall und die anschließende Verurteilung des sog. "Satanisten Ehepaares Ruda" vor 2 Jahren in Witten, hat diesmal nicht nur zu einem erhöhtem Informations- und Beratungsbedarf in der Bevölkerung geführt, sondern auch zu einem erhöhten Bedarf an Fachtagungen für Mitarbeiter aus Jugendhilfeeinrichtungen und psychiatrischen Kliniken, dem wir gerne nachgekommen sind.

 

 

Die nächsten 10 Jahre

der weltanschaulichen Arbeit im Sekten-Info Essen, die 90-ziger Jahre waren geprägt von 2 großen Problembereichen:
  • Dem Problembereich der Scientology-Organisation
  • Dem Problembereich der kollektiven Selbsttötungen.

Zum ersten Bereich brauche ich nicht viel zu sagen, die Sc-Organisation ist allen hier Anwesenden aus vielen Medienberichten bekannt. Der zweite Bereich vermutlich weniger, deshalb möchte ich einige Daten kurz in Erinnerung rufen.

  • Im April 1993 verbrennen 85 Menschen, darunter etliche Kinder auf der Farm der Davidianer-Sekte im Texanischen Waco. Sie legten das Feuer selbst, als die Polizei die Farm nach 51 Tagen Belagerung stürmte.

  • Im Oktober 1994 werden 53 Mitglieder des "Ordens der Sonnentempler" tot aufgefunden. 48 in der Schweiz und 5 in Kanada. Die Leichen wiesen Einschüsse und Spuren von Injektionen auf.

  • Im Dezember 1995 werden in Frankreich die Leichen von 16 weiteren Anhängern der "Sonnentempler" gefunden. Auch sie sind verbrannt und haben Schussverletzungen.

  • Im März 1997 werden in einer Villa in Kalifornien die Leichen von 39 Mitgliedern der Sekte "Haeven`s Gate" gefunden. Offenbar hatten sie beim Erscheinen des Kometen Hale-Bopp an ein Ufo geglaubt.

  • Im Januar 1998 wurde auf Teneriffa durch Eingreifen der Polizei in letzter Minute der Selbstmord von 32 Anhängern der deutschen Sektenführerin Frau Fittkau-Garthe verhindert.
     

Beide Bereiche, Scientology sowie die kollektiven Selbsttötungen, wurden öffentlich intensiv thematisiert und führten zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und Besorgnis in der Bevölkerung. Die Nachfrage nach Vorträgen in unserer Einrichtung während dieser Jahre war kaum zu bewältigen. Auch die Politiker befassen sich jetzt auf Grund etlicher Petitionen besorgter Bürger sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene mit dem Thema der sogenannten Sekten und den von ihnen ausgehenden Gefahren.
Am 6. Juni 1997 beschließt die Konferenz der Innenminister, dass hinsichtlich der Scientology-Organisation tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung vorliegen und dementsprechend die Voraussetzungen für eine Beobachtung durch die Verfassungsschutzbehörden gegeben sind. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir im Sekten-Info Essen jährlich 30 neue Beratungsfälle und 700 Anfragen zur Scientology-Organisation, fast jeder 4. Anrufer möchte jetzt Informationsmaterial zu Scientology.

Kurz zuvor, Anfang 1997 hatte die Scientology-Organisation versucht, mit Hilfe von Anzeigenkampagnen in Amerikanischen Zeitungen den Eindruck zu erwecken, in Deutschland würden Scientologen verfolgt wie die Juden im Dritten Reich. Der Gipfel der Aktionen war ein offener Brief von Hollywoodgrößen an Bundeskanzler Helmut Kohl. Der Vergleich der offentlichen Kritik an der Scientology-Organisation mit der Judenverfolgung wurde zu Recht als lächerlich zurückgewiesen und hat die Entscheidung der Innenministerkonferenz nicht beeinflusst.

Wir haben die Entscheidung der Innenministerkonferenz zum Anlass genommen, unsere Präventionsarbeit im Bezug auf Scientology zu verstärken. Allein im Jahr 1997 sind 600 Präventionsveranstaltungen mit Schülern und Jugendlichen, Eltern und Lehrern durchgeführt worden.
Die Anfragen zur Scientology-Organisation sind inzwischen deutlich zurückgegangen, die Beratungsfälle nicht.

Die neueste Studie der Uni München bestätigt, was sich auch in der Beratungsarbeit unserer Einrichtung mit ehemaligen Scientologen immer wieder gezeigt hat. Menschen, die mit Scientology in Kontakt kommen, wird eine umfassende Lösung ihrer Probleme versprochen. Später werden sie dann zum Teil unter Druck gesetzt, genötigt, vor anderen bloß gestellt und müssen Lernprogramme absolvieren bis zur völligen Erschöpfung. Zahlreiche Elemente dieses Lernprogrammes stehen in deutlichem Wiederspruch zur Wertordnung des Grundgesetzes. Auch nach dem Austritt leiden ehemalige Scientologen noch lange unter körperlichen und psychischen Beschwerden.

 

 

Ende der 90-ziger Jahre

Je näher die Jahrtausendwende rückte, desto vielfältiger wurden die Gruppierungen, die ihren Endzeiterwartungen und Zukunftsängsten Ausdruck verliehen haben.

Im Jahr 1998 steigen die Anfragen in unserer Einrichtung auf über 3.300 an, und es ist jetzt ein auffälliger Anstieg bei den christlich fundamentalistischen Gruppen zu verzeichnen. 463 Anfragen, die sich aber auf 97 verschiedene Gruppen verteilen. Es kommt zu erstaunlich vielen Neugründungen von Gemeinden im pfingstlerisch- charismatischen aber auch im evangelikalen Bereich. Die Anzahl der heutigen "freien Gemeinden" hat sich seit 1998 verdreifacht.

Eine weitere Gruppe macht 1998 von sich reden: Fiat Lux. Uriella als Medium der Gruppe, hat im Verlauf des Jahres mehrfach den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang für das Jahr 2000 prophezeit. Als Uriella sich im September 1998 wegen Steuerhinterziehung vor dem Landgericht Mannheim verantworten muss, spitzt interessanterweise ihr Ehemann Icordo den Weltuntergang auf Oktober 1998 zu. Schon Monate davor hatten betroffene Angehörige im Rahmen unsrer Beratung besorgt geäußert, dass ihnen das Jahr 2000 als Weltuntergangsjahr genannt worden sei.

Aber das Jahr 1998 ist nicht wegen dieser Prophezeiung ein wichtiges Jahr, sondern viel bedeutsamer ist der am 19. Juni 1998 veröffentlichte Endbericht der Enquete - Kommission "Sogenannte Sekten und Psychogruppen" des Deutschen Bundestages. Zwei Jahre lang hat die Kommission intensiv die weltanschauliche Szene begutachtet. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die bisher umgangssprachlich als "Sekten" bezeichneten Gruppierungen in Zukunft wertneutral als "Neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen" bezeichnet werden sollen. Wir sind dieser Empfehlung gefolgt und haben eine satzungsgemäße Änderung unseres Unter-Titels und ein neues Türschild veranlasst.
Der Bericht kommt weiter zu dem Schluss, dass die sog. Sekten zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gefahr für Staat und Gesellschaft darstellen, aber ein hohes Konfliktpotential im individuellen und familiären Bereich beinhalten und von daher Aufklärung und Beratung unbedingt notwendig seien.

Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass ca. 200.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bei Eltern aufwachsen, die einer neuen religiösen Bewegung angehören. Hier wird es in Zukunft einen deutlichen Beratungsbedarf geben, da die Kinder die freiwillige Beschränkung der Eltern eventuell als Zwang oder Isolation erleben. Außerdem kann es in Einzelfällen auch zu äußerst problematischen Erziehungsmethoden kommen. Wie z.B. subtile Methoden der Angsterzeugung, offene Formen physischer Gewalt, oder sogar zu religiös gerechtfertigtem sexuellen Missbrauch. Ebenso gibt es Fälle religiös bedingter Vernachlässigung von Kindern in Form von mangelhafter Ernährung, mangelhafter medizinischer Versorgung oder Verweigerung der Schulpflicht.
All dies kann durch unsere Erfahrungen in der Beratungsarbeit bestätigt werden. Die Eltern der betroffenen Kinder und Jugendlichen gehörten der Sc-Organisation, den Zeugen Jehovas, der Bruno Gröning Bewegung, der Guru-Gruppe Safe the future und dem Athmaniketan-Ashram im Münsterland an.

Insgesamt wird durch den Enquete- Bericht jedoch eine deutliche Beruhigung der öffentlichen Thematisierung erreicht. Auch der Jahrtausendwechsel ist vorüber und keine der Endzeitprophezeiungen hat sich erfüllt.

 

 

Wie stellt sich die weltanschauliche Szene heute dar, welche neuen Tendenzen und Entwicklungen gibt es ?

Durch die "Globalisierung der Welt" ist es heute jedem Menschen möglich, durchs Internet oder durch Reisen Vorstellungen und Praktiken anderer Kulturen, Gesellschaften und religiöser Traditionen kennenzulernen und zu übernehmen. Die Art und Weise der Lebensführung wird immer weniger gesellschaftlich verbindlich gemacht. Immer mehr Menschen suchen nach religiösen Erfahrungen außerhalb der etablierten Glaubensgemeinschaften. 1970 waren fast 92% der Bevölkerung Mitglied in einer der beiden großen Kirchen. Im Jahr 2000 sind es nur noch 67% (3,5% gehören dem Islam an), also 1/3 der Bevölkerung Deutschlands gehört weder einer Kirche noch dem Islam an. (Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland, 2001)

Demgegenüber steht ein boomender Psychomarkt, ein steigender Umsatz auf dem Esoterik-Markt und eine anhaltende Okkultwelle. Es gibt inzwischen einen breiten Markt religiöser Lebenshilfe-Angebote. Hier wird Religion als Mittel zum Zweck benutzt, als Mittel zur Lösung eigener anstehender Probleme und stellt keine Form der kollektiven Lebensführung dar. Religiöse Fragen sind mehr an das Individuum als an die Gemeinschaft gebunden. Gesucht wird nicht eine religiöse Antwort auf Existenzfragen, sondern praktische Lebenshilfe für den Alltag. Die sich zuspitzende gesellschaftliche Lage, verbunden mit wachsender sozialer Kälte gibt immer mehr Menschen das Gefühl, ihr Leben nicht mehr allein bewältigen zu können. Dies ist ein weiterer idealer Nährboden für religiöse Lebenshilfeangebote und charismatische Heilsbringer.

Jedoch ist es für Laien nur sehr schwer möglich, festzustellen, ob es sich um ein seriöses Angebot handelt oder ob hinter diesem Angebot eine sogenannte "Sekte oder Psychogruppe" steht. Wer sich in diesem Dschungel von Lebenshilfeangeboten zurecht finden möchte, benötigt Beratung und Information, um Konsequenzen besser einschätzen zu können. Der Bedarf an Beratung und Information im weltanschaulichen Kontext hat sich in den letzten 20 Jahren zwar verändert, aber er ist nicht geringer geworden. Es kommen immer wieder neue Bereiche hinzu, wie z.B. Strukturvertriebe oder Herzkreise, die eine Vermischung von esoterischem Gedankengut mit altbekannten Pyramidenspielen darstellen. Die Vielfalt der weltanschaulichen Gruppierungen hat deutlich zugenommen. Waren es 1987 noch 120 Gruppen, so hat sich die Zahl durch die angefragten Angebote aus dem Bereich der Lebenshilfe inzwischen im Jahr 2003 auf insgesamt 402 erhöht.

Deshalb werden die beiden Arbeitsschwerpunkte unserer Einrichtung Beratung und Information auch weiterhin erforderlich sein. Beratung orientiert sich handlungsleitend am Schutz der Menschenwürde. Sie unterstützt emanzipatorische Prozesse und deckt Machtverhältnisse, Konflikte und Abhängigkeiten auf. Mögliche Manipulationstechniken einer religiösen Gruppe, aber auch eigene unbewußte Wünsche oder situative Vorbedingungen, können durch die Beratung aufgeschlüsselt und bearbeitet werden und schaffen damit die Voraussetzung für eine freiheitliche, eigenverantwortliche Entscheidung des einzelnen für oder gegen eine weltanschauliche Gruppe. Es kann nicht darum gehen, die religiöse Vielfalt in Deutschland zu minimieren, sondern um ein Hilfsangebot, das den einzelnen unterstützen soll, in seiner Persönlichkeit, in seiner Entscheidung.

Die Grundsätze unserer Beratungsstelle sind die gleichen, wie die aller anderen Beratungsstellen:

  • Die Beratung ist kostenlos und freiwillig.
  • Die Berater sind zur Verschwiegenheit und weltanschaulicher Neutralität verpflichtet.

Es ist mir wichtig, daß es Beratung in diesem Sinne für Menschen gibt, die sich auf eine neue religiöse Bewegung eingelassen haben oder sogar in sie hineingeboren wurden.
Das gleiche gilt für die Angehörigen dieser betroffenen Menschen. Auch Angehörige erleben sich selbst und der Gruppe gegenüber oftmals als ohnmächtig, und benötigen Hilfen für den Umgang mit dieser Situation.
Ebenso wichtig ist die vorbeugende aufklärende Informationsarbeit und deshalb wird es auch weiterhin Präventionsveranstaltungen für Schulklassen und Jugendgruppen, Informationsabende in der Erwachsenenbildung und nicht zu vergessen Seminarangebote für Multiplikatoren geben. Selbstverständlich werden wir auch weiterhin die Zusammenarbeit mit den Medien nutzen, um die Öffentlichkeit aus aktuellem Anlaß oder über allgemeine Tendenzen zu informieren. Auch die bestehende gute Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten, mit den Sektenbeauftragten der beiden großen Kirchen und den Betroffeneninitiativen möchte ich weiterführen. Der gegenseitige Austausch von Informationen und Erfahrungen in Form von Workshops ist unerläßlich für unsere Arbeit.
Weil bei immer mehr Beratungsfällen auch juristische Fragen eine Rolle spielen, gibt es als neue Entwicklung seit Januar 2004 die Möglichkeit einer kostenlosen Rechtsberatung in unserer Einrichtung.
Dies ist umso wichtiger, als im Rahmen allgemeiner Sparmaßnahmen bei unserem Kooperationspartner IDZ in Köln, die Rechtsberatung gestrichen wurde.
Darüber hinaus zeigt unser Jahresbericht 2003, dass immer mehr Bürger das Internet als eine erste Informationsquelle nutzen. Es waren allein im letzten Jahr 11.107 Besucher auf unserer Internetseite.
Aus diesem Grund werden wir unsere Präsens im Internet weiter ausbauen und planen ab 2005 auch die Möglichkeit einer Internetberatung anzubieten.

Ich hatte schon erwähnt, dass der Abschlußbericht der Enquete- Kommission ausdrücklich die schwierige Situation von Kindern und Jugendlichen betont, die in eine neue religiöse Gemeinschaft hineingeboren werden. Obwohl es zahlreiche dokumentierte Einzelfälle gibt, fehlen nach wie vor empirische wissenschaftliche Studien zur Lebenssituation dieser Kinder und Jugendlichen. Hier immer wieder Anstöße zu geben, dass diese Tatsache nicht in Vergessenheit gerät, wird weiterhin Aufgabe der Mitarbeiter im Sekten-Info Essen sein.

 

 

Zum Abschluß möchte auch ich es nicht versäumen, mich zu bedanken


Ich danke dem Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes NRW und der Stadt Essen für die hohe Fördergrundlage ohne die unsere Arbeit sonst nicht möglich wäre.
Ich danke dem Ev. Stadtkirchenverband und dem Kath. Gemeindeverband für die langjährige hilfreiche finanzielle und ideelle Unterstützung.
Ich danke dem Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg für die wissenschaftliche Begleitung und die finanzielle Unterstützung in Form einer Personalstelle.

Trotz dieser breiten Unterstützung durch verschiedene gesellschaftliche Bereiche benötigt der Verein nach wie vor ein beachtliches jährliches Spendenaufkommen. Allen Stiftungen, Firmen und privaten Spendern, die uns in letzter Zeit bedacht haben, möchte ich ebenfalls herzlich danken, verbunden mit der Bitte, uns auch in Zukunft nicht zu vergessen.

Mein Dank gilt auch der Presse und den Medien, die immer wieder bereit waren, zu Pressekonferenzen zu erscheinen und auf die Gefahren von weltanschaulichem Fanatismus aufmerksam zu machen.

Last but not least danke ich meinem Team und dem derzeitigem Vorstand für die gute Zusammenarbeit.