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Kriterien zur Beurteilung alternativer/komplementärer Heilmethoden PDF Drucken E-Mail

Alternative Heilmethoden sind zu einem festen Bestandteil unserer Gesundheitsversorgung geworden. In drei Punkten lässt sich ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Methoden zusammenfassen:

  1. Alternative Heilmethoden sind hilfreich zur Vorbeugung von Krankheiten bzw. zur Erhaltung der Gesundheit.
    Beispiele: Meditation, Yoga

  2. Alternative Heilmethoden sind komplementär (zusätzlich) einsetzbar zur Schulmedizin.
    Beispiele: Wirksamkeit von Akupunktur bei Zahnschmerzen, Fibromyalgie

  3. Es gibt Erkrankungen, die nur von Schulmedizinern bzw. psychologischen Psychotherapeuten behandelt werden sollten.
    Beispiele: Unfallverletzungen, Infektionserkrankungen, Psychosen, schwere Depressionen, psychische Traumatisierungen

Entscheidet man sich für alternative Heilmethoden so ist folgendes zu bedenken:

  • Vorsicht bei Anbietern, die unrealistische Versprechungen machen, z.B. Krebs oder Aids zu heilen.

  • Vorsicht bei Anbietern, die eine Kooperation mit Schulmedizinern oder eine Medikamenteneinnahme sehr kritisch sehen oder ganz ablehnen. Seriöse Anbieter kooperieren mit anderen Fachdisziplinen und akzeptieren die Grenzen ihrer Möglichkeiten.

  • Wird nach der Diagnose des Arztes gefragt? Es sollten keine Diagnosen mit nachgewiesenermaßen untauglichen Methoden erstellt werden, z.B. Irisdiagnostik, Kinesiologie, Pendeln.

  • Alternative Heilmethoden sind Dienstleistungen. Vorsicht bei Therapeuten / Heilern, die einen Guru-Status einnehmen, z.B. keine Kritik oder keinen Widerspruch erlauben.

  • Eine professionelle Therapeut-Klient-Beziehung bedeutet: keine Freundschaft, keine sexuelle Beziehung, kein Verkauf von Büchern und Seminaren, keine Schwarzarbeit.

  • Bei einigen Heilangeboten besteht die Gefahr der Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit durch Anbindung an konfliktreiche Bewegungen.
    Beispiele: Dr. Rath, Dr. Hamer, Bruno-Gröning-Freundeskreis

  • Für Alternative Heilmethoden gibt es keine festen Ausbildungsrichtlinien. Vor Behandlungsbeginn sollte man sich erkundigen, welchen beruflichen Hintergrund, welche Vorerfahrungen der Anbieter mitbringt.

  • Die Transparenz des Vorgehens ist wichtig. Welche Ziele sollen mit welchen Methoden erreicht werden? Wird ein Behandlungsplan erstellt?

  • Bei vielen alternativen Heilmethoden ist die Wirksamkeit nicht nachgewiesen. Trotzdem kann es, im Sinne eines Placeboeffektes, durch Aktivierung der Selbstheilungskräfte in Einzelfällen zu Heilungen kommen.
    Beispiele: Homöopathie, Bach-Blütentherapie, Edelsteintherapie

  • Bei bestimmten Erkrankungen ist die Wirksamkeit alternativer Heilmethoden durch Studien nachgewiesen.
    Beispiele: Qigong hilft zur Linderung von Schmerzen, Akupunktur ist bei Zahnschmerzen von Nutzen

Zur Klärung weiterer Fragen stehen Ihnen die MitarbeiterInnen der Beratungsstelle des Sekten-Info Essen e.V. gern zur Verfügung.

Die Kriterienliste als PDF-Dokument 

 
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